
Knappes Kerosin, außer Dienst gestellte Flugzeuge und sogar das Wort Kurzarbeit fiel: Bei Lufthansa sprach Vorstandschef Carsten Spohr am Dienstag intern vor der Belegschaft und schwor sie auf harte Zeiten ein. Direkt und ohne das übliche Konzernvokabular.
Spohr kam sofort zum Punkt. Kein Anlauf, keine Beruhigung vorweg. Stattdessen: Man arbeite an der Vorbereitung zweier Krisenpakete. Und es klingt so, als würde mindestens eines zum Einsatz kommen. Hintergrund ist die angespannte Lage in der Golfregion rund um die Angriffe auf Iran. Sie treffen die Weltwirtschaft vor allem in Form von hohen Ölpreisen. Auch die Lufthansa Group, außerhalb Amerikas der weltweit größte Luftfahrtkonzern, ist betroffen.
Spohrs Krisenantwort eins sieht so aus: 20 Flugzeuge würden in dem Szenario vorübergehend außer Dienst genommen werden; was einer Streichung von 2,5 Prozent der gesamten Sitzkapazität des Konzerns entspricht. Antwort zwei – für den Fall weiterer Eskalation – verdoppelt den Einschnitt: 40 Maschinen am Boden, fünf Prozent Kapazitätsverlust.
Der Lufthansa-Chef betont jedoch: »Wir haben heute nur entschieden, unsere Teams zu bitten, diese beiden potenziellen Pakete zu definieren.« Einen Beschluss zur Umsetzung gebe es nicht.
