
In der Schadensersatzklage ehemaliger Mitarbeiter der Deutschen Bank gegen ihren Ex-Arbeitgeber im Rahmen der »Santorini-Affäre« ist jetzt erstmals eine konkrete Summe für den Streitwert genannt worden: mehr als 600 Millionen Pfund Sterling. Der Betrag setzt sich aus den finanziellen Verlusten der Kläger zusammen, einschließlich entgangener Gehälter und anderer Vergütungen. Das geht aus dem Geschäftsbericht für 2025 hervor, den die Deutsche Bank an diesem Donnerstag veröffentlicht hat. Ein Sprecher der Klägergruppe bestätigte die Summe als Mindestbetrag.
Insgesamt sechs frühere Mitarbeiter haben die Bank verklagt, fünf vor Gerichten in London und einer in Frankfurt am Main. Mit einem der Londoner Kläger hatte sich die Bank kürzlich außergerichtlich geeinigt. Angaben zur Höhe der Vergleichssumme wurden nicht gemacht, in Finanzkreisen wird eine hohe zweistellige Millionensumme genannt. Die Einzelklage (Az. 2-19 O 153/24) liegt dem SPIEGEL vor, die Verhandlung wird frühestens im September 2026 vor dem Frankfurter Landgericht beginnen. Die Deutsche Bank selbst »hält alle derartigen Klagen für unbegründet und wird sich entschieden gegen sie verteidigen, einschließlich der Anfechtung der überhöhten und unrealistischen behaupteten Verluste«, wie sie in ihrem Geschäftsbericht auf Seite 590 schreibt.
